Am
1. Juni 1946 wurde im gesamten Saargebiet wieder mit einem
bescheidenen Aufbau der Feuerwehren begonnen.

Brandbericht vom 27 Mai 1946
Da die Wehr über
kein eigenes Fahrzeug verfügte, wurden Traktor- oder
LKW-Besitzer verpflichtet, bei Bedarf Mannschaft und Gerät zum
Brandherd zu transportieren.
Am
6. Januar 1947 mussten sich auf Anweisung der französischen
Militärregierung alle Mitglieder der „Freiwilligen Feuerwehr“
für mindestens 5 Jahre verpflichten .
Verpflichtungserklärung im Original aus dem Jahre 1947
Die Mannschaftsstärke
betrug zu dieser Zeit 12 Mann. Wegen fehlender Uniformen mussten die
Wehrmänner ihren Dienst in Zivilkleidung ausüben. Lediglich
eine Armbinde kennzeichnete sie als Feuerwehrangehörige. Da die
Lebensmittel immer noch rationiert waren, erhielt jeder Wehrmann, der
länger als 3 Stunden im Einsatz war, eine Sonderzuwendung von
100 Gramm Brot, 80 Gramm Fleisch, 20 Gramm Käse und 60 Gramm
Teigwaren.
1948
hatten sich die Lebensverhältnisse wieder normalisiert und die
Wehr wurde neu ausgerüstet. Als dann auch noch das in den
letzten Kriegsjahren abhanden gekommene Löschfahrzeug gefunden
und 1950 ein neues Gerätehaus neben der Schule gebaut wurde, war
die Wehr auch bald wieder auf ihrem alten Ausrüstungs- und
Ausbildungsstand.
1949
wurde auch der Spielmannszug neu aufgebaut.
Landesfeuerwehrtag in St. Ingbert 1954
Die Stabführung und
die Ausbildung übernahm, wie bei der Gründung 1920,
Nikolaus Gersing, bis er 1950 von Hans Willmes abgelöst wurde.
Um den Spielmannszugführer zu entlasten, übernahm 1961
Adolf Gersing die Ausbildung junger Flötisten. 1962 musste er
aus gesundheitlichen Gründen diese Tätigkeit wieder
aufgeben. Als 1972 der Spielmannszugführer Hans Willmes verstarb
und niemand die Leitung des Spielmannszuges übernehmen wollte,
wurde er aufgelöst.
Das
50-jährige Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Altforweiler
wurde am 27., 28., und 29. Juni 1953 in den Gartenanlagen des
Gasthauses Rupp, unter großer Beteiligung in- und ausländischer
Feuerwehren gefeiert.
Einladung zum 50 jährigen Stiftungsfest (Original)
Zu dieser Zeit betrug die Mannschaftsstärke
unserer Wehr 33 Mann. Der Bäckermeister Franz Kaas wurde bei
diesem Stiftungsfest, als das noch einzige lebende Gründungsmitglied,
besonders geehrt.
Am
1. März 1963 legte der Wehrführer Eduard Rochlus, zum
Bedauern aller Wehrkameraden, aus gesundheitlichen Gründen sein
Amt nieder. Alle Wehrmänner, die unter seiner Führung
Mitglied dieser Wehr waren, werden ihn immer als guten Kameraden und
väterlichen Freund in Erinnerung behalten. Als sein Nachfolger
wurde Heribert Gersing gewählt. 1964 wurde das alte
Löschfahrzeug LF8, das sämtliche Kriegswirren überstanden
hatte, wegen technischer Mängel außer Betrieb genommen. Am
29. Mai 1965 konnte in Verbindung mit dem Fest des 45-jährigen
Bestehens des Spielmannzuges ein neues „Opel Blitz“ Löschfahrzeug
LF8 mit Ziegler-Aufbau wieder an die Freiwillige Feuerwehr
Altforweiler übergeben werden.
Um
den Nachwuchs der Wehr rechtzeitig zu sichern, wurde am 06. März
1966 eine Jugendwehr gegründet, die schon nach wenigen Wochen 11
Mitglieder zählte. Die Ausbildung dieser ersten Jugendgruppe
übernahmen die Löschmeister Gersing Josef und Klein Alfred.
Bereits ein Jahr später nahm eine Gruppe aus Altforweiler am
Leistungswettbewerb der Jugendwehr in Bous teil. 1968 durften sich
die jugendlichen Wehrmänner an einem internationalen Zeltlager
der Jugendwehren in Rottweil im Schwarzwald beteiligen. In den
folgenden Jahren nahmen jedes Jahr Jugendgruppen aus Altforweiler an
den Wettkämpfen zum Erwerb der Jugendfeuerwehrleistungsspange
teil.
1974
wurde die Dienststellung Wehrführer im Rahmen der Gebietsreform
in Löschbezirksführer umgeändert. Da die Feuerwehren
neben der Brandbekämpfung mittlerweile auch zur Rettung und
Hilfe bei Verkehrsunfällen beauftragt wurden, schritt die
Technisierung der Feuerwehrausrüstung immer weiter voran. Bald
zeigte es sich, dass das alte Gerätehaus, das 1950 erbaut worden
war, den neuen Anforderungen nicht mehr gerecht wurde. Deshalb
entschloss sich die Gemeinde Überherrn, zu der Altforweiler nach
der Gebietsreform gehörte, für den Löschbezirk
Altforweiler ein neues Gerätehaus mit Schulungsraum, Duschen und
WC in zentraler Ortslage zu bauen.
Dieses
Gerätehaus wurde 1979 fertig gestellt und am Fest des
75-jährigen Bestehens der Freiwilligen Feuerwehr Altforweiler,
das im selben Jahr stattfand, an die Wehr übergeben.
Im
März 1986 stellte Löschbezirksführer Heribert Gersing
nach 23-jähriger Führung aus beruflichen Gründen sein
Amt zur Verfügung. Zu seinem Nachfolger wurde Richard
Bedersdorfer gewählt.
Am
5. Juni 1986 gründeten einige Bürger von Altforweiler mit
der Feuerwehr eine Interessengemeinschaft zur Anschaffung einer
Standarte für die Freiwillige Feuerwehr. Den Vorsitz übernahm
der Landtagsabgeordnete Kurt Schoenen. Durch die große
Spendebereitschaft der Bürger von Altforweiler konnte die
Standarte am 27. September 1987 der Freiwilligen Feuerwehr übergeben
und eingesegnet werden.
Im
Mai 1988 wurde dem Löschbezirk Altforweiler von der Gemeinde
Überherrn ein neues Löschfahrzeug Mercedes Benz LF8 mit
Ziegleraufbau und modernster technischen Beladung zur Verfügung
gestellt. Das alte Fahrzeug wurde, auf Anregung des damaligen
Bürgermeisters Gerhard Burg, an die Feuerwehrkameraden der
französischen Gemeinde Gomelange übergeben. Die Übergabe
fand im November 1989 im Rahmen einer kleinen Feier in Gomelange
statt.
1991
wurde ein ausgedienter Fiat Fiorino von einigen Wehrleuten zu einem
Vorausfahrzeug umgebaut.
Vom
4. – 5. Mai 1992 konnte die Jugendfeuerwehr auf ihr 25-jähriges
Bestehen zurückblicken. Die Feier wurde umrahmt durch
verschiedene Wettkämpfe der Jugendwehren aus dem ganzen Kreis
Saarlouis.
Am
8. November 1992 wurde der Löschbezirksführer Richard
Bedersdorfer zum Wehrführer der Gemeinde Überherrn gewählt.
Zu seinem Nachfolger wählte man am 6. Dezember 1992 den
Wehrkamerad Christof Reinold zum Löschbezirksführer. Bis
Christof Reinold die notwendigen Lehrgänge absolviert hatte,
leitete der Oberlöschmeister Josef Gillo kommissarisch den
Löschbezirk.
Im
Jahr 1993 feierte die Freiwillige Feuerwehr Altforweiler unter großer
Beteiligung der Altforweiler Bürger ihr 90-jähriges
Bestehen.
Als
der Fiat Fiorino Anfang 1999 wegen technischer Mängel
stillgelegt werden musste, wurde ein alter Suzuki – wieder von den
Wehrleuten – fahrtüchtig renoviert und als neues
Vorausfahrzeug in Dienst genommen. Im Dezember 1999 musste Christof
Reinold aus beruflichen Gründen sein Amt zur Verfügung
stellen. Der Löschmeister Frank Weirich führte die Wehr
kommissarisch bis zur nächsten Generalversammlung im Oktober
2000. In dieser Versammlung wurde der Wehrkamerad Peter Klein zum
neuen Löschbezirksführer gewählt.
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