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Chronik 2. Weltkrieg Zu
Beginn des ersten Weltkrieges 1914 hatte die Wehr eine Stärke
von 21 Mann. Im Jahre 1918 trat Franz Kaas als Brandmeister zurück.
Sein Nachfolger Jakob Schneider führte die Wehr bis zum Jahre
1920, als er von Nikolaus Kissel abgelöst wurde.
Am
1. Mai 1920 löste sich der im Jahre 1916 gegründete kath.
Jünglingsverein auf und trat mit seinem Spielmannzug komplett in
die Feuerwehr ein. Nun hatte die Wehr einen Spielmannszug und was
noch wichtiger war, einen erheblichen jungen Nachwuchs. Die
Stabführung dieses Spielmannszuges lag in den Händen von
Nikolaus Gersing.
1924
wurde Nikolaus Kissel durch Nikolaus Gersing als Brandmeister
abgelöst, der die Wehr bis 1926 führte. In diesem Jahr
erlebte die Wehr eine schwere Krise. Einige Wehrmänner traten
aus der Wehr aus, und die Wehr musste wieder neu aufgebaut werden.
Diese Aufgabe übernahm der neue Brandmeister Jakob Johannes. Er
nahm wieder junge Mitglieder in die Feuerwehr auf und brachte die
Wehr bis zum Jahre 1928 wieder auf den alten Mannschafts- und
Ausbildungsstand.
Am
03.06.1928 feierte die Feuerwehr ihr 25jähriges Stiftungsfest.
Für 25-jährige Zugehörigkeit wurden ausgezeichnet:
Alex Weyand, Peter Stein, Nikolaus Kissel, Philipp Zöllner,
Caspar Rousselange und Johannes Rousselange.
Im
selben Jahr trat Jakob Johannes als Brandmeister zurück. Als
neuer Brandmeister wurde Nikolaus Schmitt gewählt, der die Wehr
bis 1935 führte.
Im
Jahre 1934 wurde der Feuerschutz im gesamten Kreisgebiet verbessert.
In Saarlouis wurde ein motorisiertes Fahrzeug stationiert mit der
Bezeichnung „Kreis-Kraftfahr-Motorspritze“. Dieses Fahrzeug hatte
eine eingebaute Vorbaupumpe und war zur damaligen Zeit weit und breit
das modernste Feuerwehrfahrzeug. Es konnte bei Bedarf im ganzen
Kreisgebiet angefordert werden. Zu dieser Zeit betrug die
Mannschaftsstärke der Freiwilligen Feuerwehr Altforweiler 34
Mann. Mitglieder Verzeichnis aus 1934
Anfang
1935, nach dem Anschluss des damaligen Saargebietes an das deutsche
Reich wurde das Feuerlöschwesen neu organisiert. Die Feuerwehren
wurden der Polizei unterstellt und die Bezeichnung „Freiwillige
Feuerwehr“ in „Feuerlöschpolizei“ umgeändert. Zur
normalen Feuerwehrausbildung kam nun auch noch die Ausbildung im
zivilen Luftschutz dazu. Das war wohl schon das erste Anzeichen eines
geplanten Krieges. Vor allem wurde eine zweckmäßige
Ausrüstung aller Wehren mit Motorpumpen angestrebt. Die
Dienststellung Brandmeister wurde in Wehrführer umbenannt. Zum
ersten Wehrführer von Altforweiler wählten die Wehrmänner
Ihren Wehrkameraden Eduard Rochlus, der die Feuerwehr dann 29 Jahre
lang leitete.
In
der Folgezeit verdichteten sich die Anzeichen eines nahenden Krieges
immer mehr. Als dann am 1. September 1939 der zweite Weltkrieg
ausbrach, wurde Altforweiler evakuiert. Alle Bewohner mussten den Ort
verlassen. Nach der Rückkehr 1941 bestand unsere Feuerwehr nur
noch aus ein paar Leuten. Die meisten Wehrleute waren zum
Kriegsdienst einberufen worden. Es begannen für die Feuerwehren
schwierige Zeiten. Immer mehr Feuerwehrleute wurden zum Militärdienst
herangezogen. Um den Mannschaftsstand der Wehren zu erhalten, wurden
Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren zum Feuerwehrdienst
verpflichtet. Sie hatten die Bezeichnung (Hitler-Jugend) Feuerwehr.
Als
Hitler den „totalen Krieg“ befahl und nun auch englische Städte
bombardieren ließ, beschlossen auch Amerika und England
deutsche Städte zu bombardieren. Da die Luftangriffe immer
stärker wurden, immer mehr Städte und Dörfer in Brand
standen, und die Brandbekämpfung mit der herkömmlichen
Ausrüstung der Feuerwehren nicht mehr zu bewältigen war,
wurde in jedem Kreisgebiet eine vollmotorisierte
„Feuerlöschbereitschaft“ zusammengestellt. 1941 beauftragte
die Bereitschaftsführung des Kreises Saarlouis die Feuerwehr
Altforweiler, eine Gruppe für diese Bereitschaft zur Verfügung
zu stellen. Nun wurde die Wehr auf den modernsten Stand aufgerüstet.
Die neue Ausrüstung bestand aus einem lösch- und
sanitätstechnisch voll bestückten Mercedes-Löschfahrzeug
LF8 und einem „Tragkraftspritzenanhänger“. Für die Wehr
begann nun eine schwere und leidvolle Zeit. Nach jedem Luftangriff in
der näheren und weiteren Umgebung, (z.B. Saarlouis, Saarbrücken,
Kaiserslautern, Frankenthal, Ludwigshafen und Mannheim) wurde sie
alarmiert und rückte mit einer Gruppe aus, die aus 14- bis
17-jährigen Jugendlichen und ein paar älteren Männern
bestand. Die Einsätze dauerten in der Regel 4 bis 5 Tage und
gingen bis an die Grenzen der physischen und psychischen
Belastbarkeit. Die Löscharbeiten und die Bergung der Toten und
Verwundeten (größtenteils Frauen und Kinder) wurden immer
wieder durch die Jaboangriffe (Jagdbomber) der Amerikaner
unterbrochen. Wenn die Löschgruppe aus Altforweiler bei diesen
Einsätzen keine Verluste an Menschenleben zu beklagen hatte, so
verdankte sie dies in erster Linie ihrem Wehrführer Eduard
Rochlus. Er hatte den Mut, auch gegen sinnlose Befehle der
diktatorischen Befehlshaber zu handeln und er verstand es immer
wieder seine Männer aufzumuntern und kein falsches Heldentum
aufkommen zu lassen.
1944
überrollte dieser schreckliche Krieg auch Altforweiler und die
Bewohner mussten wieder vor den Kriegsereignissen flüchten.
1945, nach dem Ende dieser unseligen Zeit, musste die Wehr wieder neu
aufgebaut werden. Viele Wehrmänner waren gefallen, andere waren
noch in Kriegsgefangenschaft und die „H.J. Feuerwehr“ wurde
aufgelöst.
Das Gerätehaus war vollständig zerstört
und von den Geräten war nichts mehr aufzufinden.
Bestandsaufnahme 1946(Original), es war nichts mehr da.
Bei einem
ausbrechenden Brand musste die Wehr sich bis zum Eintreffen der
Feuerwehr Saarlouis wie vor 50 Jahren mit Wassereimern behelfen.

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Publiziert am: Mittwoch, 17. Januar 2007 (3587 mal gelesen)
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